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Wir sind im Hundertsechzig-Morgen-Wald

 

 

... wenn Traum und Realität Eins werden.

 


Modernes Waldlied


Wer hat dich, du schöner Wald,
Abgeholzt so hoch dadroben?
Stämme liegen rings und Kloben,
Säge shcnirscht und Axthhieb hallt.
Ach herrjeh, ach herrjeh,
Lebe wohl du schöner Wald.

Tief die Welt verworren schallt,
Motorad und Autos rasen,
Ober Rehe nicht mehr grasen;
Alle sind längst abgeknallt.
Ach wie schad, ach wie schade,
Lebe wohl schöner Wald.

Wer hat dich, du schöner Wald,
Drathumzäunt so hoch dadroben?
Warnungstafeln sind erhoben:
Drei Mark strafe! Achtung! Halt!
Na dann nicht, na dann nicht,
Lebe wohl schöner Wald.


Blumentod


Wie sind meine Finger so grün,
Blumen hab' ich zerrissen;
Sie wollten für mich blühn
Und haben sterben müssen.
Sie neigten sich in mein Angesicht
Wie fromme schüchterne Lider,
Ich war in Gedanken, ich achtet's nicht
Und bog sie zu mir nieder,
Zerriß die lieben Glieder
In sorgenlosem Mut.
Da floß ihr grünes Blut
Um meine Finger nieder;
Sie weinten nicht, sie klagten nicht,
Sie starben ohne Laut,
Nur dunkel ward ihr Angesicht,
Wie wenn der Himmel graut.
Sie konnten mir's nicht ersparen,
Sonst hätten sie's wohl getan;
Wohin bin ich gefahren
In trüben Sinnens Wahn?

O töricht Kinderspiel,
O schuldlos Blutvergießen!
Und gleicht's dem Leben viel,
Laßt mich die Augen schließen,
Denn was geschehn ist, ist geschehn,
Und wer kann für die Zukunft stehn?


Wunder


Holdes Wunder einer Blume!
Bebend steigt ihr zarter Flaum
aus der braunen Mutterkrume
auf, ein duftgewebter Traum.
Auf dem schlanken Stengelstamme
glüht das samtne Rosenhaupt.
Dieses Sommers wilde Flamme
hat die Trunkene geraubt!

Größres Wunder einer Liebe!
Aus dem Dunkel, aus dem Nichts,
aus der Wirrnis dumpfer Triebe
bricht ihr Wesen tiefen Lichts.
Ihrer Sehnsucht Blütenschale
ist von Sternenduft erfüllt,
und aus jedem Augenstrahle
sprüht des Liebsten Ebenbild.




Gefunden


Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.

Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.

Ich wollt es brechen,
Da sagt' es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?

Ich grubs mit allen
Den Würzlein aus,
Zum Garten trug ichs
Am hübschen Haus.

Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.



 

 

 

 

 

 

 

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